🌍Events 2026: Plan B & Steuern. Jetzt buchen! 🚀
Destinationen

Konto ohne CRS: Dominikanische Republik, Puerto Rico oder El Salvador, und die Bank, die ein Jahr Miete im Voraus sehen will

Sebastian Sauerborn06. November 20268 Min. Lesezeit
Frau in den Vierzigern steht auf der sonnigen Fliesenterrasse eines alten Kolonialhauses in einer karibischen Kleinstadt, hinter ihr Palmen und Bougainvillea, und lächelt in die Kamera

Punta Cana, Oktober 2026. Unser Team sitzt in der ersten Bank, die Unterlagen sind vorab per E-Mail eingereicht, und trotzdem kommt die Liste: ein unterschriebener Mietvertrag, ein Jahr im Voraus bezahlt und von einem Anwalt oder Notar bestätigt, dazu eine Residency, zwei Referenzschreiben von Menschen, die dich im Land kennen, und ein Referenzschreiben deiner Bank. Wenige Stunden später, in einer anderen Bank, steht dasselbe Konto kurz vor der Eröffnung, ganz ohne Mietvertrag. So haben wir es in unserem Video vom 22. Oktober 2026 gezeigt.

Die Dominikanische Republik ist eine von drei Stationen, die wir im Video vom 18. Oktober 2026 als Wege zu einem Konto außerhalb des automatischen Informationsaustauschs vorgestellt haben: die Dominikanische Republik, Puerto Rico und El Salvador. Hier vergleichen wir die drei aus Sicht der Bank. Was sagen die Listen der OECD, welche Unterlagen werden verlangt, was zahlt die Einlagensicherung, und wo eröffnest du ein Konto aus der Ferne? Wohnsitz und Aufenthaltstitel sind ein eigenes Thema; dafür sind unsere Kollegen von VidaLibrePlan die Adresse im Netzwerk.

Was die OECD über die drei Ziele sagt

Ob ein Land Kontodaten automatisch austauscht, steht in der Übersicht des Global Forum der OECD über die Zusagen zum automatischen Informationsaustausch. Die aktuelle Fassung trägt den Stand vom 30. September 2026. Die Dominikanische Republik und El Salvador stehen dort in der letzten Gruppe: Entwicklungsländer, die nicht zu einer Zusage aufgefordert wurden und noch kein Datum für ihren ersten Austausch festgelegt haben.

Die USA stehen in keiner der Austauschgruppen. Die OECD vermerkt in einer Fußnote, dass die USA seit 2015 nach FATCA automatisch Informationen austauschen und dafür zwischenstaatliche Abkommen geschlossen haben. Puerto Rico folgt diesem Weg: Als US-Territorium nimmt Puerto Rico nicht am CRS teil.

Ohne CRS heißt allerdings nicht ohne jeden Kanal. Die Dominikanische Republik hat mit den USA ein FATCA-Abkommen nach Modell 1, das laut US-Finanzministerium seit dem 17. Juli 2019 in Kraft ist. Dieser Kanal führt in die USA, nicht nach Europa. Für El Salvador führt die Tabelle des US-Finanzministeriums kein solches Abkommen.

Dominikanische Republik: was die Bankenaufsicht vorschreibt

Welche Angaben eine Bank erheben muss, regelt die Superintendencia de Bancos in ihrem Instructivo sobre Debida Diligencia. Die dritte Fassung gilt seit dem Rundschreiben Circular SB 005/22 vom 2. März 2022 und ist laut Aufsicht weiter in Kraft. Ihr Anhang I listet für natürliche Personen, Inländer wie Ausländer, die Angaben auf: Name wie im Ausweis oder im gültigen Reisepass, Staatsangehörigkeit, Ausweis- oder Passnummer, Geburts- und Wohnort, Geburtsdatum, Familienstand, Beruf, Arbeitgeber, Telefon und E-Mail.

Dazu nennt der Anhang die Dokumente: eine Kopie des Reisepasses oder des Ausweises aus dem Herkunftsland, bei Ausländern eine Kopie des Dokuments der Migrationsbehörde Dirección General de Migración, und zwar ausdrücklich mit oder ohne Daueraufenthalt, sowie einen Nachweis der Einkünfte. Für Angestellte ist das eine Arbeitgeberbescheinigung oder ein Kontoauszug, auf dem das Gehalt sichtbar ist. Selbstständige aus dem Ausland legen die letzte Steuererklärung bei der Steuerbehörde ihres Landes vor.

Ein Mietvertrag, ein Jahr im Voraus bezahlt, steht in dieser Liste nicht. Der Anhang sagt aber auch, warum Banken trotzdem mehr verlangen dürfen: Jede Bank gewichtet die Unterlagen nach ihrem eigenen Risikoappetit, und was ihre internen Richtlinien zusätzlich fordern, bleibt unberührt. In der Liste der Risikofaktoren steht ein Punkt, der genau auf Ausländer ohne Wohnsitz zielt: ob die Bedürfnisse eines nicht ansässigen Kunden an einem anderen Ort besser bedient wären.

Und aus der Ferne? Das Instructivo erlaubt die Aufnahme neuer Kunden über Kanäle ohne persönliche Anwesenheit, aber nur für Produkte mit niedrigem oder mittlerem Risiko, mit Kontrollen, die dem hohen Risiko dieses Wegs entsprechen, und mit begrenzten Transaktionen, bis die Prüfung abgeschlossen ist. Wer ohne Wohnsitz im Land ein Konto will, rechnet deshalb besser mit einem Termin vor Ort.

Ein Jahr Miete im Voraus: wie die zwei Banken entschieden

Genau dieser Spielraum war in Punta Cana zu sehen. Unser Team hatte die Unterlagen vorab an mehrere Banken gemailt. Die erste Bank verlangte für den normalen Weg am Schalter:

  • einen unterschriebenen Mietvertrag, ein Jahr im Voraus bezahlt und von einem Anwalt oder Notar bestätigt,
  • eine Residency, also einen Aufenthaltstitel im Land,
  • Referenzschreiben von zwei Personen, die dich in der Dominikanischen Republik kennen,
  • ein Referenzschreiben deiner Bank, das manche reine App-Konten gar nicht ausstellen,
  • und Dokumente, die teils sogar mit Apostille kommen mussten.

Die zweite Bank arbeitete ohne Mietvertrag. Nach rund zwei Stunden in der Filiale für zwei Privatkonten war die Eröffnung so gut wie durch; die Zentrale prüfte über Nacht, danach standen nur noch die Unterschriften an. Dasselbe Dossier, zwei Banken, zwei Antworten.

Für dich heißt das: Die Aufsicht setzt die Untergrenze, die Bank die Obergrenze. Wer mit Reisepass, Einkommensnachweis und letzter Steuererklärung ankommt, deckt die Liste der Aufsicht ab. Mietvertrag und Referenzschreiben sind Hausregeln einzelner Banken, und die lassen sich vorher klären, statt am Schalter davon überrascht zu werden.

Was die Einlagensicherung in der Dominikanischen Republik zahlt

Die Einlagensicherung steht in Artikel 64 der Ley Monetaria y Financiera 183-02. Die Zentralbank führt einen Fondo de Contingencia, gespeist aus Pflichtbeiträgen der Banken. Nach Buchstabe c, geändert durch die Junta Monetaria am 15. Dezember 2020, sind Einlagen des Publikums bis 1.860.000 dominikanische Pesos aus den verfügbaren Mitteln des Fonds gesichert, und insgesamt bis zu 30 Prozent der bevorrechtigten Verbindlichkeiten der Bank in Auflösung. Die Garantie greift nur im Auflösungsverfahren nach Artikel 63.

Zwei Dinge folgen daraus. Die Grenze ist in Pesos festgelegt, und sie hängt an den Mitteln, die der Fonds gerade hat. Wer größere Beträge hält, verteilt sie besser auf mehrere Banken und Länder; wie die Systeme im Vergleich dastehen, zeigt die Übersicht zur Einlagensicherung weltweit.

Wer in der Dominikanischen Republik leben will, findet Wohnsitz, Steuern und Alltag bei VidaLibrePlan.

Puerto Rico: US-Recht, US-Dollar und zwei Arten von Instituten

Puerto Rico ist US-Territorium, bezahlt wird in US-Dollar. Für dein Konto heißt das zweierlei. Als US-Territorium nimmt Puerto Rico nicht am CRS teil. Und Banken in Puerto Rico gelten im US-Recht als Territory Financial Institutions, nicht als ausländische Banken im Sinne von FATCA: Die US-Steuerverordnung definiert sie als Finanzinstitute, die nach dem Recht eines US-Territoriums gegründet sind, und sagt ausdrücklich, dass sie kein ausländisches Finanzinstitut sind.

Vor Ort gibt es zwei Welten. Die klassischen lokalen Banken arbeiten wie Banken auf dem Festland: Wer ein Konto will, geht persönlich hin. Dafür kann ein Institut mit Sitz in Puerto Rico FDIC-versichert sein, denn das Bundesgesetz zur Einlagensicherung zählt Puerto Rico zu den States. Die FDIC sichert 250.000 US-Dollar je Einleger, je versicherter Bank und je Kontokategorie.

Die zweite Welt sind die International Financial Entities, kurz IFE, in der englischen Fassung des Gesetzes International Financial Institutions genannt. Sie brauchen eine Lizenz des Commissioner of Financial Institutions (OCIF) nach dem International Financial Center Regulatory Act, Act 273-2012, zuletzt geändert durch Act 44-2024. Einlagen nehmen sie nur von foreign persons an, also von Kunden, die weder in Puerto Rico ansässig noch dort gegründet sind, und nur mit vorheriger Genehmigung der Aufsicht. Das eingezahlte Kapital beträgt grundsätzlich mindestens zehn Millionen US-Dollar.

Diese Institute sind für Nichtansässige gebaut: Konten in US-Dollar, bei manchen auch in weiteren Währungen, eröffnet aus der Ferne. Die Kehrseite sagen wir klar: Für Konten bei IFEs gibt es keine FDIC-Versicherung und keine gesetzliche Einlagensicherung.

In Puerto Rico begleiten wir die Kontoeröffnung: aus der Ferne, in US-Dollar, ohne Wohnsitz. Wie das abläuft und was es kostet, steht auf der Seite Konto in Puerto Rico eröffnen.

El Salvador: US-Dollar, Bitcoin und eine kleine Einlagensicherung

Auch El Salvador zahlt in US-Dollar. Nach Artikel 3 der Ley de Integración Monetaria, Decreto Legislativo 201 vom 30. November 2000, hat der Dollar unbeschränkten gesetzlichen Kurs; auf diesen Artikel beruft sich die Zentralbank Banco Central de Reserva bis heute. Für dein Konto heißt das: kein Wechselkursrisiko gegenüber dem Dollar.

Bitcoin bleibt gesetzliches Zahlungsmittel. Seit der Reform der Ley Bitcoin durch das Decreto Legislativo 199 vom 29. Januar 2025 ist die Annahme aber freiwillig, und annehmen dürfen nur natürliche Personen und Unternehmen mit vollständig privater Beteiligung. Die Bitcoin-Infrastruktur, die unser Team im Video beschreibt, vom Taxi bis zum kleinen Laden, lebt also von Menschen, die mitmachen wollen.

Die Einlagensicherung ist klein. Das Instituto de Garantía de Depósitos sichert vom 1. Januar 2026 bis zum 31. Dezember 2027 12.054 US-Dollar je Person und je Mitgliedsinstitut. Wer mehr auf einem salvadorianischen Konto hält, trägt den Rest selbst.

Auf der OECD-Liste steht El Salvador in derselben Gruppe wie die Dominikanische Republik, ohne Datum für einen ersten Austausch. Im Video vom 18. Oktober ging es in San Salvador darum, ein klassisches Konto zu eröffnen. Wohnsitz, Steuern und Aufenthalt in El Salvador beschreibt VidaLibrePlan.

Drei Wege im Vergleich

  • Dominikanische Republik: laut OECD noch ohne Datum für den CRS, FATCA-Abkommen mit den USA, Einlagensicherung bis 1.860.000 Pesos, Unterlagenliste der Aufsicht plus Hausregeln der einzelnen Bank, in der Praxis ein Termin vor Ort.
  • Puerto Rico: als US-Territorium nicht im CRS, Banken gelten als Territory Financial Institutions, US-Dollar. Lokale Banken persönlich und mit FDIC bis 250.000 US-Dollar, IFEs aus der Ferne und ohne FDIC-Versicherung.
  • El Salvador: laut OECD noch ohne Datum für den CRS, US-Dollar als gesetzliches Zahlungsmittel, Bitcoin freiwillig, Einlagensicherung 12.054 US-Dollar je Person und Institut.

Daraus ergibt sich eine einfache Ordnung. Wer ein Dollarkonto ohne Reise will, landet bei Puerto Rico. Wer ohnehin vor Ort ist und mit Hausregeln umgehen kann, findet in der Dominikanischen Republik Banken, die mit einem sauberen Dossier schnell entscheiden. Und wer in El Salvador lebt, hat den Dollar im Alltag, aber eine Einlagensicherung, die eher für das Gehaltskonto reicht als für eine Reserve. Welche Länder außerdem außerhalb des Austauschs stehen, zeigt unsere Liste der Länder ohne CRS.

Was zu Hause bleibt

Ein Konto im Ausland zu eröffnen und zu führen ist legal. Die Erträge bleiben in deinem Wohnsitzland steuerpflichtig, und es geht nicht ums Verstecken. Das deutsche Recht hat für Länder ohne automatischen Austausch sogar eine eigene Regel: Nach § 170 Absatz 6 der Abgabenordnung beginnt die Festsetzungsfrist für die Steuer auf Kapitalerträge aus Staaten außerhalb von EU und EFTA, die nicht automatisch mitgeteilt werden, frühestens mit Ablauf des Jahres, in dem das Finanzamt davon erfährt, spätestens zehn Jahre nach Ablauf des Jahres, in dem die Steuer entstanden ist.

Ohne CRS verjährt also nichts durch Schweigen. Wer Zinsen aus Santo Domingo, San Juan oder San Salvador in der Steuererklärung angibt, hat Ruhe. Was ein Konto außerhalb des CRS dir gibt, ist Privatsphäre gegenüber einem automatischen Datenstrom, eine zweite Währung und ein zweites Bankensystem neben dem deutschen. Steuerfreiheit gibt es dafür nie.

Die drei Ziele zeigen, worauf es bei jedem Konto außerhalb der EU ankommt: die Liste der Aufsicht kennen, die Hausregeln der Bank vorher erfragen und wissen, wie viel die Einlagensicherung tatsächlich trägt. Wer das vor dem ersten Termin klärt, sitzt nicht mit einem Jahr Miete im Voraus am Schalter, sondern mit einem Konto, das passt.

Hinweis: Dieser Beitrag stellt keine Steuer-, Rechts- oder Anlageberatung dar. Für individuelle steuerliche Fragen wende dich an einen zugelassenen Steuerberater.