
Vanuatu ist kein Name, den man täglich hört. Der Inselstaat im Südpazifik mit etwa 300.000 Einwohnern ist keine führende Finanzmacht. Was ihn interessant macht, ist die Kombination aus vollständig steuerfreier Jurisdiktion, Remote-Kontoeröffnung und einem Bankensektor mit internationalen Lizenzen.
Vanuatu ist seit 2018 Teilnehmer am Common Reporting Standard (CRS) und tauscht Kontodaten automatisch mit zahlreichen Partnerjurisdiktionen aus. Das bedeutet: Wer ein Konto in Vanuatu führt, kann nicht davon ausgehen, dass keine automatische Meldung an europäische Steuerbehörden erfolgt. Die Deklarationspflicht in der Steuererklärung bleibt in jedem Fall bestehen.
Was Vanuatu dennoch attraktiv macht, ist nicht der CRS-Status, sondern die steuerliche Struktur des Landes selbst: keine Einkommensteuer, keine Kapitalertragsteuer, keine Erbschaftsteuer. Für Kunden, die ihren steuerlichen Wohnsitz nach Vanuatu verlagern oder dort eine Gesellschaft gründen, ergeben sich daraus echte Vorteile. Das Konto ist dabei ein Bestandteil dieser Strategie, nicht das Instrument selbst.
Vanuatu bietet Remote-Kontoeröffnung, was in der Praxis selten ist. Viele Jurisdiktionen mit interessantem Bankensektor, wie Cook Islands oder Sansibar, erfordern eine persönliche Anwesenheit oder haben keine zuverlässig erreichbaren Bankpartner. In Vanuatu ist die Eröffnung vollständig per Vollmacht möglich.
Dazu kommt ein separater Offshore-Bankensektor mit internationalen Lizenzen, der auf Kunden mit internationalem Vermögensprofil ausgerichtet ist.
Das Konto wird bei einer regulierten Bank in Port Vila geführt. Folgende Eckdaten:
Die monatliche Gebühr ist der entscheidende Punkt. Bei 250 EUR pro Monat entstehen Jahreskosten von 3.000 EUR, das Konto rechnet sich also nur, wenn entweder das Volumen oder die strategische Einbettung in eine Vanuatu-Struktur das rechtfertigt.
Für Kunden mit größeren Summen und Vanuatu-Bezug: Wer seinen steuerlichen Wohnsitz nach Vanuatu verlagert oder dort eine Gesellschaft betreibt, für den ist das Konto ein natürlicher Bestandteil der Struktur. Die monatliche Gebühr ist relativ zu einer Einlage von 50.000 EUR oder mehr vernachlässigbar.
Für Kunden, die Diversifikation suchen: Vanuatu liegt außerhalb des EU-Bankensystems, unterliegt nicht dem SAG-Bail-in-Gesetz und bietet ein stabiles, reguliertes Umfeld mit internationalem Bankensektor.
Nicht für: Wer ein Alltagskonto mit Karte, Online-Banking-App und niedrigen Gebühren sucht. Vanuatu ist ein strategisches Instrument, kein Ersatz für das Girokonto. Wer primär CRS-Schutz sucht, sollte stattdessen Serbien, Philippinen oder USA prüfen.
Vollständig remote. Du benötigst:
Adressnachweis, Telefonnummer und TIN müssen aus demselben Land stammen. Wenn du kein festes Wohnsitzland hast, ist unser Nomad-Paket der richtige Einstieg.
Die Eröffnung dauert in der Regel 2 bis 4 Wochen nach Einreichung vollständiger Unterlagen.
Fazit
Vanuatu ist kein klassisches Nicht-CRS-Instrument mehr, aber als steuerfreie Jurisdiktion mit Remote-Eröffnung und internationalem Bankensektor bleibt es ein Sonderfall in unserem Portfolio. Sinnvoll vor allem für Kunden, die eine Vanuatu-Struktur aufbauen oder ihr Vermögen außerhalb des EU-Systems diversifizieren wollen.
Weiterführend: Offshore-Konto eröffnen: Leitfaden für Nicht-Residenten
Hinweis: Dieser Beitrag stellt keine Steuer-, Rechts- oder Anlageberatung dar. Für individuelle steuerliche Fragen wende dich an einen zugelassenen Steuerberater.